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Dieser Text von Annemarie Leutzsch stammt aus dem Hummelgauer Heimatboten:
Gruß aus dem Gebiet der neuen Lokalbahn Bayreuth-Hollfeld (erbaut 1902-1904)
So lautet die Überschrift auf der als Postkarte erschienenen Karikatur. Der Zeichner ist unbekannt, er hat sich nur mit einem “B” rechts unten auf einem Felsgestein verewigt (siehe oben).
Was ist alles auf dem Bild zu entdecken? Da grüßen am linken Bildrand das Festspielhaus und die beiden Türme der Bayreuther Stadtkirche. Die Lokalbahn ist gerade zwischen zwei gewaltig erscheinende, zum Teil bewaldete Bergeshöhen gefahren. Nach einer großen Kurve rollt sie über einer Talbrücke dem Ort Mistelbach zu. Die dampfende Lokomotive zieht neben dem Kohlenwagendrei zum Teil mit Fähnchen geschmückte Waggons. Sowohl der Lokführer als auch die Passagiere schauen aus den Fenstern.
Unter dem Viadukt herrscht Chaos. Ein Hund und ein Rind jagen in Sprüngen am nach Bayreuth zeigenden Wegweiser vorbei. Ein Bauer mit breitem Hut und Regenschirm zieht eilenden Schrittes seine Tasche schlenkernde Frau mit sich. Sie sind in Eile, um sich vor dem Dampfroß, dem “Teufelszeug” in Schutz zu bringen.
Der Zug kann nur bis kurz vor die mit einem Schild “Mistelbach” ausgezeichnete Haltestelle fahren, da das letzte Stück der Brücke zusammengebrochen ist.
Während der obere Teil des Bildes noch dörfliche Idyllle mit Kirche und Häusern ausstrahlt, auch die Leute an der Bahnstation der Eisenbahn zuwinken, stieben zwei Gänse aufgescheucht auseinander. Der Stationsleiter hält sich wegen des Lärms ein Ohr zu, während er die “Kelle” gesenkt hält.
Die Sonne vergießt einige Tränen, sie kann ja vom höchsten Punkt aus bereits den Gleiseinbruch (am rechten Bildrand) erkennen.
Sind es es der Wirt und die Wirtin, die - ziemlich groß - gelassen das Unglück überschauen? Wer weiß, wenn das Hollfelder Bockala nicht weiterfahren kann, vielleicht kehren dann die Leute samt Lokführer und Heizer bei Ihnen in der Bahnhofswirtschaft ein!
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