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Die Baugeschichte der einstigen Lokalbahn Hollfeld reicht bis weit ins 19.Jahrhundert zurück. Darauf weist schon der Aktendeckel des Hauptakts im Stadtarchiv Bayreuth hin, denn dieser beginnt bereits im Jahre 1875. Noch früher ist der Vorschlag der Regierung von Oberfranken welche mit Schreiben vom 19.02.1873. Hier wird unter Verweis auf eine Prüfung aus dem Jahr 1869 gar eine Art Magistrale vorgeschlagen: Bayreuth - Plankenfels - Veilbronn - Forchheim - Höchstadt - Neustadt - Bad Windsheim - Rothenburg o.T. Die Stadt Weißenstadt wollte mit dem Antrag vom 28.09.1877 diese Linie sogar noch bis in das Fichtelgebirge hinweg zur Anbindung an die Strecke Marktredwitz - Hof herbeiführen. Planungen der Generaldirektion der Königlich Bayrischen Verkehrsanstalten bezüglich einer Linie Forchheim - Bayreuth über Breitenlesau und Plankenfels hätten zu enormen Kosten von 11 Millionen Reichsmark bei einer Streckenlänge von 53,77 km Länge geführt. Diese hohen Kosten waren es auch welche die hochfliegenden Pläne damals scheitern ließen. Das Lokalbahngesetz von 1884 hatte hierbei Maßstäbe der Sparsamkeit gesetzt. Im Februar 1885 bittet deshalb auch der Stadtmagistrat Bayreuth auch um den Bau einer Bahn Bayreuth - Hollfeld mit dem Angebot die Grundstücke in Bayreuth kostenlos zu überlassen und weitere Grunderwerbskosten zu tragen. Der Wert dieses Angebots lag bei der damals ernormen Summe von 60000 Reichsmark. Doch bereits 1886 wird die mögliche Verbindung Bayreuth - Forchheim gekappt: die Strecke Ebermannstadt - Plankenfels erscheint als zu teuer weil zu steil, zu wenig lukrativ und außerdem meint man durchgehende Verbindungen ausreichend bereits zu haben. 1887 springt Hollfeld auf den Zug auf: Man bittet in einer Eingabe an das Staatsministerium die Bahn über Plankenfels hinaus nach Hollfeld zu verlängern. Treibende Kraft im Raum Plankenfels - Obernsees war der Eigentümer der Brauerei Maisel in Obernsees, der viele Versammlungen abhielt und sich auch oftmals an die Verwaltungsstellen wandte (Schreiben an den Stadtmagistrat Bayreuth). 1893 begannen dann endlich die Vorarbeiten und die näheren Untersuchungen. Aber die Sache gerät ins Stocken - bis 1896 geschicht nichts mehr wesentliches - so daß sich das Eisenbahnkomitee unter Verweisung auf die enormen Vorleistungen der Gemeinden und die wirtschaftliche Abkopplung des ganzen ländlichen Raumes klagend an die Abgeordnetenkammer wendet. Abgesehen von einem kleinen Zwischenspiel (30.12.1897 Idee einer Vollbahn Bamberg - Bayreuth - Kirchenlaibach - Kemnath - Erbendorf - Tirschenreuth - Marienbad) das wieder aufgrund der topographischen Verhältnisse (Fränkische Schweiz) und der damit verbundenen Kosten scheitert, bekommt die Bahn nun den endgültigen Guß. Am 19.07.1899 legt die Generaldirektion der Königlich Bayerischen Verkehrsanstalten den Interessenten im Bayreuther Rathaus die Baupläne vor. Am 18.10.1899 teilt das Staatsministerium mit, daß die Lokalbahn Bayreuth - Holfeld in das nächste Lokalbahngesetz (insgesamt 33 Lokalbahnen!) aufgenommen werde und dies wurde am 30.06.1900 durch Prinzregent Luitpold verkündet. Im November 1901 genehmigt dann das Staatsministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren den Bau der Strecke. Der eigentliche Bau zog sich dann von 1902 bis 1904 hin. Unter dem zahlreichen Einsatz von Gastarbeiter - hauptsächlich Italiernern und Böhmen - wurde der Bau zügig vorangetrieben. Die Beschäftigung dieser Arbeiter war nicht immer ganz einfach, da sich die örtliche Bevölkerung damit nicht abfinden konnte. Untergebracht wurden sie zumeist in Gasthöfen (z.B.Altstädter Bahnhofswirtschaft). Bei den Bauarbeiten gab es auch 2 Todesopfer. Ein Arbeiter wurde bei der Neubürg von Erdmassen erdrückt und ein anderer geriet zwischen 2 Wagen. Am 4. März 1904 konnte die erste Probefahrt stattfinden.
Quellen: - Bayreuth und die Eisenbahn, Robert Zintl, Gondrom Verlag 1992 - eigene Recherchen 2004
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